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Werden Sie Pate!

"MEHR ERFOLG MIT INTEGRATION DURCH PARTIZIPATION"
Ein Projekt der djo

Förderer

  • Europäischer Integrationsfonds
  • Bundesamt für Migration und Flüchtlinge
  • Bayerisches Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen
  • Bayerischer Jugendring


Jugendliche Zuwanderer/-innen stehen nach wie vor im Fokus bei Fragen von Integration in die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland. Der Landesverband Bayern der djo – Deutsche Jugend in Europa setzt nach den Erfahrungen des Patenprojekts mit dem neuen Vorhaben auf die gleichberechtigte Teilhabe von jugendlichen und jungen erwachsenen Zuwanderern/-innen in allen Bereichen des täglichen Lebens. In dem bayernweit ausgerichteten Projekt  ist die Jugendarbeit mit ihren vielfältigen Möglichkeiten und Strukturen Kernbereich des Handlungsfeldes. Jugendliche und junge erwachsene Zuwanderer sollen für die Jugendarbeit und ihre Angebote und Aktivitäten gewonnen werden. Indem sie sich beteiligen, schaffen sie sich mit Unterstützung des Projekts eigenständig eine Grundlage für das Leben und die Gestaltung ihrer Perspektiven in Deutschland.
 
Junge Menschen aus der Türkei, Russland oder Kasachstan sowie Spätaussiedlerjugendliche erfahren, sich selbst zu organisieren und ihre Interessen zu formulieren. Dies ist nicht selbstverständlich, da sie häufig mangels Zugang zu den entsprechenden Informationen, durch Distanz zu Gesamtgesellschaft oder durch Ablehnung ihnen gegenüber wenig motiviert sind, aktiv zu werden. Das Projekt zielt auf Selbstorganisation und Integration in die Jugendarbeit, damit Jugendliche grundsätzlich auch ihre eigenen Interessen und Bedürfnisse artikulieren und wahrgenommen werden.
 
Bildung ist der Schlüsselbegriff im Kontext von Integration und Beteiligung am Gemeinwesen. Vielfältige Angebote und Aktivitäten der Jugendarbeit sowie weitere aus den Bereichen Kultur, Freizeit und auch Berufsorientierung/Arbeitswelt werden genutzt und durch eigene Programme des Projekts ergänzt. Erfahrungen der djo aus anderen Vorhaben weisen auf die Notwendigkeit hin, für die Zielgruppe spezifische Maßnahmen anzubieten, und dies nach Bedarf und Kontext auch in Kooperation mit anderen, darunter vor allem Migrantenorganisationen bzw. -verbänden.
Im Schwerpunkt bürgerschaftliches Engagement werden junge Menschen über Angebote und Möglichkeiten ehrenamtlicher Tätigkeit informiert und durch Aus- und Fortbildungsmaßnahmen, Beratung und Stärkung der Selbstorganisation gewonnen. Dies trägt gleichzeitig dazu bei, die bestehenden Jugendorganisationen zu fördern, das Projekt den Einrichtungen und Netzwerken bürgerschaftlichen Engagements gegenüber zu öffnen und sie für das Projekt zu gewinnen. Das Projekt bildet seinerseits durch Angebote und Maßnahmen eine Brücke zur Vielfalt bürgerschaftlichen Engagements.
Integration wird für jugendliche Zuwanderer insbesondere durch gemeinwesenorientierte interkulturelle Arbeit konkret. Konzepte und Vorstellungen interkultureller Öffnung werden vom Projekt an Ort und Stelle anhand von Aktivitäten umgesetzt, bei denen die Beteiligung der Jugendlichen im Mittelpunkt steht. Damit wirbt das Projekt gezielt für Fragen und Akzeptanz von kultureller Vielfalt und macht die gleichberechtigte Teilhabe von Jugendlichen am Gemeinwesen transparent.
Patenschaften als Instrument individueller Unterstützung jugendlicher Zuwandererverbessern ihre Chancen bei ihrer Integration in Bayern. Sie fördern nachhaltig Eigeninitiative und Beteilung der Jugendlichen und kompensieren Benachteiligungen, die sich aus ihrer Herkunft bzw. ihrem sozialen oder familiären Hintergrund ergeben.
 
Neben der Koordination auf Landesebene sind in den Bezirken des Freistaats jeweils Regionalkoordinatoren/-innen tätig, die als Ansprechpartner/-innen an Ort und Stelle zur Verfügung stehen, Maßnahmen initiieren und durchführen. Die Kooperation mit Partnern in der Jugendarbeit sowie die Vernetzung der Beteiligten ist darüber hinaus von zentraler Bedeutung.
 
Integration ist Partizipation!
 

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DAS PATENPROJEKT DER JUGENDARBEIT IN BAYERN

Erfahrungen aus der Integration und der Jugendarbeit in Bayern zeigen: Es ist nicht leicht, Zugang zu Neubürgern zu finden. Zwar haben viele Städte und Gemeinden in Bayern regelmäßig stattfindende Integrationsforen oder „Runde Tische“, doch bleiben viele Fragen gerade von Jugendlichen und jungen Erwachsenen unbeantwortet.

 
Dafür sind fehlende oder nicht ausreichende Betreuung, aber auch mangelndes Engagement der Zuwanderer selbst verantwortlich. Der Dialog zwischen Einheimischen und Zuwanderern kommt nicht in Gang, und man zieht sich in seine eigene Welt zurück.
 

Koordination in der Region - Kontakt zwischen Zuwanderern und Jugendarbeit

Um diese Barrieren aufzubrechen wendet sich das Patenprojekt von djo – Deutscher Jugend in Europa und Bayerischem Jugendring, das vom Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen sowie vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge gefördert wird, besonders an ausgewählte Wohnschwerpunkte der Zuwanderer. Hier nehmen die Regionalkoordinatorinnen des Projekts Kontakt zu Zuwanderern und zur Jugendarbeit auf und stimmen sich mit Erwachsenen und Jugendlichen konkret ab.
 

Vor allem praktische Unterstützung ist notwendig

Wichtige Bereiche sind erfahrungsgemäß außerschulische Nachhilfe, Begleitung zu Training und Wettkampf beim Sport, beim Tanzen, bei der Suche nach einem Praktikumsplatz, beim Bewerbungstraining oder einfach dadurch, dass jemand da ist.
Die Erfahrungen zeigen, dass gerade dies besonders wichtig ist, denn Familie und Eltern sind oft nicht dazu in der Lage, ihren Kindern zu helfen, da sie mit sich selbst genug zu tun haben.
 

Eine Stunde pro Woche kann schon helfen

Einheimische wie Zuwanderer haben sich bislang als Paten zur Verfügung gestellt. Sie unterstützen nicht nur individuell, sondern auch Gruppen von Jugendlichen, denn diese trauen sich oft mehr, wenn sie sich zu zweit oder zu dritt unterstützen lassen. Oft reicht für die Patenschaft eine Stunde pro Woche, um wirkungsvoll Unterstützung zu leisten. Dass der Bedarf hoch ist wird dadurch deutlich, dass die meisten Patenschaften längerfristig sind und die Jugendlichen tatsächlich jemanden brauchen. Seit dem Spätherbst 2006 konnten über 400 Patenschaften gegründet werden.
 

Patenschaft - ein langerfristiges Verhältnis

Üblicherweise wird unter „Patenschaft“ ein längerfristiges Verhältnis verstanden. Das ist beim Patenprojekt anders, denn es reicht von der Vermittlung bis zur längerfristigen Begleitung. Sollte das Projekt als Vermittler auftreten, bleibt es nicht dabei, denn nach der Vermittlung wird „nachgehakt“, was daraus geworden ist.
 

Wichtige Projektpartner

Neben der Kommunalen und Offenen Jugendarbeit sind die Kreis- und Stadtjugendringe und Jugendverbände wichtige Projektpartner. Sie geben Hinweise darauf, wo Bedarf an Unterstützung besteht. Gleiches gilt für die Integrationsforen und Netzwerke von Zuwanderern, die besonders organisiert sind und eigene Ansprache erfordern. Ihre Wohnschwerpunkte wandeln sich, sind vielfältig und haben ihre eigene „Geschichte“ und Dynamik. Darauf reagiert das Projekt ständig. Da Lehrer und Sozialarbeiter an Schulen ihre Schüler besonders gut kennen, kommen hier viele Kontakte zustande. Aber auch die Schüler selbst nutzen Treffen mit dem Projekt und Informationsrunden für eine Kontaktaufnahme. Dies läuft sehr diskret – und erfolgreich, denn das Projekt fragt nach Wünschen und Kompetenzen und nicht nach Defiziten.
 
Peter Hilkes

Über die bisherige Arbeit des Projekts ist in der Zeitschrift "Kammerton" ein Beitrag (mit Kurzfassung in russischer Sprache) erschienen.

Kontakt: Eugen Stein, "Kammerton", Postfach 1163, 97209 Veitshöchheim
kammerton@gmx.de, Tel. 0931-9709660


„Eine Stunde für die Jugend!“ Patenprojekt zeigt, was erreicht werden kann

„Bildungspaten, Jobpaten, Lesepaten“ – die Reihe von Begriffen, mit denen Kinder und Jugendliche unterstützt werden, ist lang. Auch das Patenprojekt (PP) der djo – Deutsche Jugend in Europa und des Bayerischen Jugendrings (BJR) ist im September 2006 mit dem Anspruch gestartet, als Projekt der Jugendarbeit jugendliche Zuwanderer zu fördern. Von Beginn an stand fest, dass es sich um „individuelle Integrationsbegleitung“ allgemein handelte. Es war sinnvoll, ohne Festlegung auf einen bestimmten Bereich zu arbeiten, denn dadurch war man flexibler und konnte sich den jugendlichen Zuwanderern und ihrem Bedarf anpassen.
Die bayernweite Ausrichtung des Projekts und die Vielfalt des Freistaats haben dazu geführt, dass auch inhaltlich und methodisch verschiedenste Informationen, Erkenntnisse und Erfahrungen gewonnen wurden, die laufend die Projektarbeit optimierten. Regelmäßiger Informationsaustausch und Projekttreffen trugen dazu bei, dass auf aktuelle Probleme und Bedarf schnell reagiert werden konnte.
Und dies kam vor allem den Paten zugute, denn sie waren mit Jugendlichen ab vierzehn Jahren entsprechend gefordert. Den allgemeinen Vorurteilen nach handelt es sich ja um eine Personengruppe, zu der man schwer Kontakt erhält und mit der umzugehen nicht leicht ist. Das mag zutreffen, doch hat sich herausgestellt, dass sowohl Jugendliche wie Paten ganz gut miteinander zurecht kamen, manchmal so gut, dass man sich mit den Paten besser als mit den Eltern verstand. Dem PP kam dabei besonders zugute, dass, natürlich mit Unterschieden an den einzelnen Orten, über die Hälfte der Paten selbst nicht in Deutschland geboren wurde. Sie garantierten auch den Zugang zu ihren Netzwerken. Hinzu kamen die „Netzwerke, Foren oder Arbeitskreise der Integration“, von denen das PP insgesamt profitiert hat, denn hier wurde über aktuelle Fragen in den Debatten mit anderen Trägern, Verbänden und Organisationen diskutiert. Ohne die Mitwirkung der Zuwanderer wäre die Zahl von über 900 Patenschaften nicht möglich geworden. Mit ihrem ehrenamtlichen Engagement haben sie sich den Respekt der Jugendlichen, aber natürlich auch des Projekts verdient. Für nicht wenige war es einfach interessant, mit jungen Menschen zu tun zu haben, Neues zu erfahren, selbst aktiver zu werden und Jugendliche gezielt und mit Erfolg gemäß dem Motto „Eine Stunde für die Jugend!“ in der Woche zu unterstützen.
Hierzu zählten beispielsweise: erfolgreiche Suche nach Lehrstellen oder Praktikumsplätzen; Verbesserung im Deutsch- oder/und Englischunterricht; Mitmachen bei Training und Wettkampf eines Sportvereins; Kennenlernen der Arbeitswelt und ihrer Anforderungen; Mitmachen bei Musik- und Tranzgruppen oder einfach jemanden zu haben, der für einen da ist. Es war für das PP beeindruckend zu sehen, was alles möglich war und wie die Beteiligten miteinander umgingen.
Hierbei wurde immer wieder ein Grundsatz des Projekts bestätigt: Es war richtig, auf die Wünsche und Kompetenzen der Jugendlichen einzugehen. Durch dieses Prinzip erhielt das PP auch einen direkten Zugang zu den Jugendlichen, die sich nach außen öffneten – nicht selten zum ersten Mal gegenüber einem „einheimischen“ Projekt. Das Wissen um Interessen, Fähigkeiten oder Hintergründe der Jugendlichen, die natürlich auch „einheimisch“ sind, ermöglichte den direkten Kontakt zu ihnen, was nicht selbstverständlich ist.
Jugendzentren und Jugendarbeit bildeten den wichtigsten Anknüpfungspunkt für das PP bei der Kontaktaufnahme. Aber ohne die Schulen und andere Bildungseinrichtungen wären viele Patenschaften nicht entstanden. Sie haben sich aus der Unterstützung in schulischen Fragen ergeben, sind von den Beteiligten selbst aber auch auf andere Bereiche ausgedehnt worden. Der Ansatz des PP, z.B. bei der Lehrstellensuche Wünsche, Kompetenzen und Möglichkeiten immer wieder abzufragen und dann erst am Ende (!) konkret mit der Bewerbung um eine Lehrstelle zu starten, hat sich als erfolgversprechend erwiesen.
Hier haben auch die „Superpaten“ des Projekts eine besondere Rolle gespielt. Um die Zahl der Patenschaften zu erhöhen, wurde zur Jahreswende 2008/2009 eine Patenaktion gestartet, für die vor allem Paten aus Bildung und Arbeitswelt gewonnen werden sollten. Bekannte Fachleute haben – ebenfalls ehrenamtlich – ihr Wissen zur Verfügung gestellt und dafür gesorgt, dass mit Hilfe der Aktion etliche Patenschaften etabliert werden konnten. Beispielhaft erwähnt sei die Mitwirkung von Persönlichkeiten wie Boxweltmeister Nikolai Valuev oder dem Integrationsbeauftragten Bayerns, Martin Neumeyer. Beide fühlen sich nicht nur als Paten, sondern sind konkret mit Jugendlichen befasst.
Nach Ende der Projektlaufzeit werden ab September 2009 an den bekannten Standorten des PP Personen die Koordination der Patenschaften weiterführen. Die Arbeit soll nicht abreißen, sondern nachhaltig wirken. Dafür werden natürlich auch weiterhin Paten gesucht, die mit „einer Stunde für die Jugend!“ viel erreichen können. Es lohnt sich, dabei zu sein!
 
 
Interessierte werden geben, sich zu wenden an: info@djo-bayern.com oder an die bekannten Ansprechpartner der djo und des PP in den Bezirken.